Die U-19 Junioren des FC Pesch konnten am 8. Spieltag der Mittelrheinliga für eine faustdicke Überraschung sorgen: Die als Spitzenreiter angereiste Mannschaft der Stunde, Hertha Walheim, verlor in einem von Taktik geprägten Spiel 3:2 gegen frisch aufspielende Pescher.
Pesch startete kompakt und suchte immer wieder mit langen Bällen in die Spitze den ständigen Unruheherd Taulant Rasiti. Nach einer Viertelstunde eroberte Pesch den Ball und schaltete blitzschnell um. Rasiti mit einem Haken, vernascht den Abwehrspieler wie Rainer Calmund seine Mettbrötchen und schiebt lässig ein. Großer Jubel beim Anhang der Pescher, doch die Führung sollte nicht all zu lange währen. Knapp 10 Minuten später kommt es zu einem Missverständnis der Pescher Hintermannschaft und Keeper Aussem. Im Gedränge fällt ein Walheimer Stürmer und der Schiedsrichter zeigt auf den Punkt. Ein Elfmeter der Kategorie „Kann man geben“.
In der Folge fiel der 1:1 Ausgleich und alles war wieder auf Null gestellt.
Bis zur 39. Minute, als Kapitän Lehmann beherzt den Weg nach vorne suchte. Bedrängt und zu Fall gebracht von drei Gegenspielern erhält Pesch einen Freistoß aus aussichtsreicher Position, knapp 20m vom Tor entfernt. Rasiti übernimmt Verantwortung und überwindet den Keeper der Gäste mit einem genau getreteten Freistoß. Da hätte nicht ein Mal das berühmt berüchtigte Blatt Papier zwischen gepasst. 2:1 also zur Pause, die Stimmung im Team konzentriert und zuversichtlich.
Erwartungsgemäß investierte Walheim im zweiten Durchgang mehr nach vorne, doch gegen die eng gestaffelten Abwehrreihen der Pesch war kein Durchkommen. Ein blauer Fuß war immer dazwischen und so brauchte es eine höchst umstrittene Entscheidung des Schiedsrichter, um Walheim wieder ins Spiel zu bringen. Nach einem eigentlich fairen Zweikampf im Strafraum, stolpert der Walheimer Angreifer über die eigenen Beine und fällt. Diese Slapstickeinlage überzeugt den Referee und erneut gibt es Strafstoß für die Gäste.
Gleicher Schütze, aber diesmal ins Eck. Obwohl Torhüter Marco noch seine Finger an die Kugel bringt, zappelt das Leder im Netz. Wieder der Ausgleich, wieder ein Elfer.
Es folgen bange Minuten in denen Pesch der erneute Rückschlag anzumerken ist. Individuelle Fehler, Unaufmerksamkeiten und der berühmte Schlendrian schleichen sich ein. Mitten in dieser Phase ein erneut schneller Konter der Pescher. Walheim weiß sich nur mit einem Foul zu helfen und es gibt einen Freistoß aus 25m für die Kölner Nordstädter. Denis Klos steht bereit und der Wahnsinn nimmt seinen Lauf: Mit einer Urgewalt trifft er den Ball, der von der Mauer leicht abgefälscht wird und sich ins lange Eck senkt. Eine wahnsinns Hütte, die Helmut-Kusserov Sportanlage steht Kopf. Das war Kampfgeist, das war Wille.
In der Schluss-Viertelstunde ging es nur noch darum das Ergebnis über sie Zeit zu retten. Mit Mann und Maus wurde verteidigt und die extrem offen stehenden Walheimer konnten froh sein, dass die zahlreichen Konter der Pescher Umschalt-Maschinerie nicht zu Erfolg führten. Nach einer schier endlosen Nachspielzeit dann das ersehnte Ende. Pesch hatte tatsächlich den Spitzenreiter geschlagen und ist endgültig angekommen in der Mittelrheinliga.
Als Fazit lässt sich festhalten, dass spielerisch zwar noch Luft nach oben war, am Ende aber Kampf, Wille, Herz und taktische Finessen der Schlüssel zum Erfolg waren.
Nächste Woche geht es nach Königsdorf wo die Pescher ihre guten Leistungen der letzten Wochen fortsetzen wollen.